Aktuelles

Landschaftsarchitektur in Berlin, Potsdam und Umgebung

Aktuelle Information

Neues Bauvertragsrecht

Am 01.01.2018 wurde das Werkvertragsrecht durch das neue Bauvertragsrecht abgelöst. Das Werkvertragsrecht wurde in den Paragraphen 631-651 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt, die hierfür überarbeitet und ergänzt wurden. Diese angepassten Paragraphen werden nun im Sprachgebrauch als Bauvertragsrecht bezeichnet.

„Der Gesetzentwurf regelt u.a., dass Bauunternehmer künftig verpflichtet sind, Verbrauchern vor Vertragsschluss eine Baubeschreibung zur Verfügung zu stellen, die bestimmten Mindestanforderungen genügt. Dies ermöglicht Verbrauchern einen genauen Überblick über die angebotene Leistung, und sie können die Angebote verschiedener Unternehmer besser vergleichen.

Mit Verbrauchern geschlossene Bauverträge müssen zudem künftig verbindliche Angaben dazu enthalten, wann der Bau fertig gestellt sein wird. Außerdem sollen Verbraucher künftig das Recht erhalten, einen Bauvertrag innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsschluss zu widerrufen. Sie haben so die Möglichkeit, ihre – regelmäßig mit hohen finanziellen Belastungen einhergehende - Entscheidung zum Bau eines Hauses noch einmal zu überdenken. Wenn sich während der Bauausführung Wünsche und Bedürfnisse des Bauherrn wandeln, kann Änderungsbedarf entstehen. Die geplanten Neuregelungen erleichtern es dem Bauherrn, den Vertragsinhalt im Einvernehmen mit dem Unternehmer an seine neuen Wünsche anzupassen. Außerdem sollen beide Vertragsparteien den Bauvertrag künftig aus wichtigem Grund kündigen können.“ (Quelle: www.bmjv.de – Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, 2017)

Diese neuen gesetzlichen Regelungen, Vertragsarten etc. sind nunmehr für alle BGB-Bauverträge anzuwenden, die ab 01.01.2018 abgeschlossen werden.

Die HOAI - vor dem Europäischen Gerichtshof

Die Europäische Kommission hatte bereits 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren beim Europäischen Gerichtshof eingeleitet. Aus Sicht der Kommission behindert die HOAI die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU durch ihre verbindlichen Mindestsätze. Gäbe es diese nicht, so die EU-Argumentation, würden sich mehr aus- und inländische Büros in Deutschland niederlassen. Dies komme der Wirtschaft und dem Wettbewerb zugute. Hintergrund: Die HOAI regelt für übliche Leistungen von Architekten und Ingenieuren Mindesthonorare. Diese können von Planungsbüros mit Sitz in Deutschland verlangt werden. Derartige Regulierungen sind der EU regelmäßig ein Dorn im Auge und werden aus der Sicht der EU-Kommission als diskriminierend für nicht-heimische Unternehmen gewertet. Damit steht die HOAI auf dem Prüfstand.

Nach Meinung der Bundesregierung sichert die HOAI mit ihren Mindestsätzen die Planungsqualität. Kammern und Verbände unterstützen hingegen die Position der Bundesregierung.

Nunmehr hat die EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof in Sachen HOAI gegen die Bundesrepublik Deutschland am 23. Juni 2017 Klage eingelegt. Die Klageschrift wurde am 28. Juni 2017 der Bundesregierung zugestellt.

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), wies darauf hin, dass dieser Schritt der Kommission zwar bedauerlich, aber zu erwarten war: "Wir bleiben bei unserer Linie. Die Bundesregierung ist auf das Klageverfahren gut vorbereitet. Wie vor kurzem das OLG Naumburg gehen auch wir davon aus, dass die HOAI auch vor dem EuGH bestehen wird."

Zwar herrscht in Deutschland die Meinung vor, dass die HOAI nicht gegen europäisches Recht verstößt. Die Dienstleistungsfreiheit ist jedoch eine grundlegende Säule der Europäischen Union. Die EU ist dementsprechend äußerst kritisch, wenn es um Regulierungen ihrer Mitgliedsstaaten in diesem Bereich geht.

Stellt der Europäische Gerichtshof tatsächlich fest, dass die HOAI mit europäischem Recht kollidiert, würde dies durchaus das Ende der HOAI bedeuten und eine neue Ära im Honorarwesen einläuten.

(Quelle: BAK Bundesarchitektenkammer www.bak.de; vergleiche auch: DVNW Deutsches Vergabenetzwerk GmbH www.vergabeblog.de)

Aktuelle Projekte

Biesenhorster Sand – Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Wohnungsbaugebiet in Berlin-Lichtenberg wurden Eingriffe in Natur und Landschaft festgestellt, die durch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf einem brach gefallenen Militär- und Bahnareal kompensiert werden können.

Aufgabe der Büros ag.u Lange / Goldmann Landschaftsarchitektur ist es, die in einem Pflege- und Entwicklungsplan ermittelten und festgelegten Maßnahmen zum besonderen Artenschutz zu konkretisieren und im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung umzusetzen.

Ort
Entlang der östlichen Bezirksgrenze im Berliner Bezirk Lichtenberg erstreckt sich zwischen der Trasse der U-Bahnlinie U5 im Norden und der Wuhlheide im Süden eine ca. 108 ha große innerstädtische Bahn- und Brachfläche – genannt Biesenhorster Sand. Von Birkenwald und Acker über Flugplatz und Militärgelände bis hin zum Rangierbahnhof weist das Gelände eine wechselvolle Geschichte auf, die sich noch heute durch verschiedenste Nachlassenschaften auf dem Gelände wiederspiegelt, auf der sich aber auch wertvolle gefährdete und geschützte Biotope sowie Tier- und Pflanzenarten finden.

Der kleinere, Lichtenberger Teil des Biesenhorster Sandes ist 2008 dem Naturschutzbund (NABU), Landesverband Berlin, zur Pflege wertvoller Flächen übergeben worden. Langfristiges Ziel des Bezirks Lichtenberg ist es, den Biesenhorster Sand teils als Landschafts- und teils als Naturschutzgebiet zu sichern.

Das Gelände umfasst eine Fläche von rund 23 ha. Seine Längsausrichtung in nordsüdlicher Richtung beträgt ca. 1,2 km, in Ost-West-Richtung max. 0,3 km. Derzeit befindet sich auf dem Gelände ein Mosaik verschiedenster Lebensräume. Neben Halbtrocken-, Trockenrasen und Sandoffenflächen, prägen Vorwälder, Baumgruppen und Hochstauden das Bild.

Ziel
Durch die zunehmende Verbuschung und damit Verschattung der Offenlandbereiche besteht die Gefahr, diese interessanten und wertvollen Vegetationsstandorte zu verlieren. Ziel ist es, die vorhandenen offenen, schotterrasigen Trockenstandorte nachhaltig zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dabei soll die Fläche auch der Öffentlichkeit zugänglich, Natur erlebbar gemacht werden. Erholung - Naturschutz/Landschaftsschutz – extensive Landwirtschaft – bei erfolgreicher Umsetzung dieses Projektes kann ein repräsentatives Vorbild für zukünftige Projekte zum Thema „Innerstädtische Beweidung, Naturschutz, Erholung“ geschaffen werden.

Bewirtschaftung

Die Mahd als Pflege- und Entwicklungsmaßnahme für Offenlandbereiche entspricht der guten fachlichen Praxis der Pflege- und Entwicklungsplanung. Allerdings ist diese Bewirtschaftungsform im Fall des Biesenhorster Sandes aufgrund seiner Größe, seiner Inhomogenität und der Kleinteiligkeit der Fläche unökonomisch.

Aus diesem Grund wurde in Abstimmung mit dem NABU, dem Bezirksamt Berlin-Lichtenberg und der ökologischen Bauüberwachung 2013 beschlossen, die Flächen weitgehend durch Tiere extensiv beweiden zu lassen. Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung wurde der Landschaftspflegeverband Spandau e.V. mit der Bewirtschaftung der Flächen betraut. Die Firma Fehmer Garten- und Landschaftsbau wurde mit der Herstellung der Weidekoppeln, der Erschließung mit Wegen, dem Bau einer Wasserleitung zur Versorgung der Tiere mit Frischwasser sowie mit spezifischen Pflanz- und Pflegemaßnahmen beauftragt.

Seit 2015 werden die Flächen mit Guteschafen beweidet. Von Mai bis Mitte Oktober eines Jahres stehen zwischen 60 und 70 Schafe auf vier Koppeln. Je nach Pflegeziel und -intensität wird die Herde zeitweise auch mit Ziegen ergänzt. Ein Schäfer kontrolliert regelmäßig den Gesundheitszustand der Tiere und die Funktionsfähigkeit der Weidezäune und der Tränken.

Das Projekt wird von Biologen und Pflanzenkundlern vornehmlich des NABU bzw. unter Leitung des NABU begleitet. Ziel ist es, die Auswirkungen der gewählten extensiven Beweidungsform auf den Pflanzenbestand zu dokumentieren. Auf vor der Beweidung definierten, pflanzensoziologisch typischen Flächen werden Referenzflächen angelegt, die mit den beweideten Flächen jährlich abgeglichen werden. Je nach Auswertungsergebnis der Untersuchungen werden regulierende Maßnahmen zur Beweidung bestimmt, durch die wertvolle Pflanzenarten geschont werden, um sich im darauffolgenden Jahr besser entwickeln zu können.

Die Finanzierung des Projektes aus festgelegten Mitteln des städtebaulichen Vertrages erlaubt eine Beweidung ursprünglich bis 2020. Durch Umschichtung innerhalb des Gesamtbudjets wird die Beweidung voraussichtlich bis Ende 2022 ermöglicht.

www.berlin.nabu.de

Weide mit Schafen Schaf auf Weide Weide mit Schafen Der Schöne Plan Biesenhorster Sand 2014 Die erste Weidekoppel, Mai 2015 Abgeschobene Wegetrasse, März 2015 Beginn der Wegebauarbeiten, März 2015

WHG 3238 | Kummerower Ring 40 | 12619 Berlin

Bauvorhaben: Neuanlage 4 Wohnhäuser, Freianlagen

  • Bearbeitungsfläche: ca. 3.800 m²
  • Bauherr: GESOBAU AG
  • Fertigstellung: Baubeginn Freianlagen Januar 2019

Indoor Skydiving Anlage | Landsberger Allee 230 | 10367 Berlin

Bauvorhaben: Bau einer Indoor Skydiving Anlage, Freianlagen mit Stellplätzen

  • Bearbeitungsfläche: ca. 2.300 m²
  • Bauherr: Windobona Berlin GmbH
  • Fertigstellung: ca. März 2018

Neuigkeiten

Landschaft - Stadt - Garten ... die natürliche und gestaltete Umwelt im öffentlichen und im privaten Raum ist Mittelpunkt der Arbeit von agu | Goldmann Landschaftsarchitektur für Berlin und Umgebung. Unser Anspruch ist, den schonenden Umgang der natürlichen Ressourcen mit anspruchsvoller Gestaltung und hohem Nutzwert in Einklang zu bringen.

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